Narzissmus
In der griechischen Mythologie ist Narziss ein schöner Jüngling, der sich unsterblich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Sein tragisches Ende diente als Warnung vor der Gefahr übermäßiger Eitelkeit. In der Psychologie bezeichnet "Narzissmus" eine Persönlichkeitsstörung, die auf einen Mangel an echter emotionaler Zuneigung und Wertschätzung in frühester Kindheit zurückzuführen ist. Dieses Defizit führt zu einem lebenslangen Streben nach Anerkennung und Bestätigung. Narzissten versuchen, den in ihrer Kindheit erlittenen Liebesmangel durch übermäßigen Konsum, krankhaften Ehrgeiz und ein gesteigertes Geltungsbedürfnis zu kompensieren. Die Verstärkung narzisstischer Verhaltensweisen wird besonders durch Medien befeuert, die ständig Bilder von Erfolg, Schönheit und Perfektion produzieren. Auch Politik und Wirtschaft sind geprägt von einem Wettstreit um Aufmerksamkeit und Macht.