Wetiko
Mit Wetiko wurde von den kanadischen Cree-Indianern eine Krankheit des "weißen Mannes" bezeichnet: Habgier, Machthunger und Egoismus. Sie kannten eine seltene Anomalität: Nach langen Wintern konnte es geschehen, dass eine Person aus Hunger eine unstillbare Gier entwickelte und ihm das Wohlergehen der anderen egal war. Die Cree dachten, ein böser Geist hätte die Seele dieses Menschen krankgemacht. Um den Betroffenen zu heilen, bekam er Wärme und ausreichend zu essen; ihm wurden Dienste an Kranken, Alten und das Zusammensein mit Kindern aufgetragen - immer in der Mitte der Gemeinschaft. Und irgendwann wusste er wieder, wer er eigentlich ist: Teil eines sozialen Gefüges. Heutzutage sind leider große Teile der Menschheit vom Wétiko-Virus befallen - mit fatalen Folgen.